Ethik in der Psychiatrie

Ethik in der Psychiatrie

Eine wirklich umfassende Definition des Begriffes Ethik dürfte es wohl nicht geben. Als grober Umriss kann Ethik aber mit Moral assoziiert werden und wie diese Verwendung in unserem Lebensraum findet. Ein besonders prekäres Feld dürfte in diesem Zusammenhang die Umsetzung der Ethik in einer Psychiatrie sein.

Grundlagen Ethik Psychiatrie

In der Philosophie wird als das höchste zu erreichende Gut des Menschen häufig das Glück genannt. Eben dieses ist aber nur mit einer ausgeprägten Moral der eigenen Person und der Umwelt zu erreichen. Menschen, welche sich in einer psychiatrischen Handlung befinden, streben natürlich, ob bewusst oder unbewusst, ebenso nach diesem persönlichen Glück. Bei diesen ist es allerdings zu Störungen in der Psyche gekommen, welche behandlungsbedürftig erscheinen und auch die eigenen Zielsetzungen verzerren.

Konfliktfelder der Ethik in einer Psychiatrie

Das primäre Konfliktfeld der Ethik in einer Psychiatrie ist die Freiheit des Menschen. So werden die Patienten in dieser Freiheit zunächst einmal darin beraubt, dass sich diese nicht frei bewegen können. Natürlich gibt es diesbezüglich unterschiedliche Stufen, welche davon abhängt, auf welcher Station sich der Patient befindet bzw. welchen Schweregrad an einer geistigen Störung dieser aufweist. Eine Einschränkung dieser Freiheit können demnach schlicht nur Ausgangszeiten und die Bettruhe sein. Ebenso ist aber eine Ganzkörperfixierung denkbar, welche den Höhepunkt der Einschränkung dieser Freiheit markieren dürfte. Neben dieser Einschränkung ist aber auch der Zwang stark fragwürdig, unter welchen die Patienten gestellt werden. So ist die Verbesserung des Zustandes eines Patienten oftmals eine sehr subjektive Angelegenheit, was nur ein Spiegelbild dieser Sektion der Medizin ist. Ein Patient muss sich demnach Programmen und Therapien unterziehen, welche nicht seinem Willen entsprechen und nichtsdestotrotz notwendig sind, dieser Einrichtung gewissermaßen zu entkommen. Die Ethik in einer Psychiatrie muss sich insgesamt einige Fragen stellen, welche relativ primitiv anmuten und in ihrer möglichen Umsetzung doch sehr komplex bis unmöglich sind. Es muss schlicht ein Mittelweg gefunden werden, welcher den Patienten hilft, ohne diesen zu entwürdigen. Dies dürfte die Hauptaufgabe der Ethik sein, will man diese auch auf die Einrichtung einer Psychiatrie beziehen.

Psychische Erkrankungen werden heute erkannt und versucht zu behandeln. Bei schweren psychischen Störungen, werden die Menschen in der Regel in eine spezielle Anstalt zur Behandlung eingewiesen. Dadurch wird die persönliche Freiheit der Erkrankten eingeschränkt. Heute versucht man jedoch, es den Erkrankten so angenehm wie möglich zu gestalten. Um ein Stück Freiheit zu erschaffen, sind große Gärten von Vorteil. Auch hebt das Arbeiten in der Natur häufig die Moral.

Psychische Probleme kann man auch durch seine Umgebung oder bestimmten Gegebenheiten bekommen. Viele Menschen leiden unter geringem Selbstwertgefühl, was sich zu ernsthaften Psychosen entwickeln kann. Nur als Beispiel: ein junges Mädchen wird wegen einer großen Nase gehänselt. Das hat Auswirkungen auf die Psyche, gerade in jungen Jahren. Aber ist eine Nasenkorrektur in einem solchen Fall ethisch vertretbar? Da kommt die Ethik ins Spiel. Verschiedene Möglichkeiten könnten das Selbstbewusstsein stärken. Man könnte die Makel beseitigen, aber damit wäre es nicht getan. Das Mädchen bräuchte zusätzlich eine Psychotherapie um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Ist dann eine Operation überhaupt erforderlich, oder anzuraten. Gerade Operationen um ein Ziel zu erreichen, sind ethisch sehr umstritten.